Sie hoffen darauf, dass Laschet die Partei zusammenhält

Enttäuschung hier, Zuversicht dort: Das sagen Parteifreunde aus der Region zur Wahl von Armin Laschet zum Vorsitzenden der CDU.

Von Katharina de Mos

TRIER |Zur Überraschung vieler setzte sich  Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet als neuer CDU-Bundesvorsitzender durch. Manche Delegierten aus der Region Trier hätten lieber Friedrich Merz gratuliert. Wie groß ist da nun die Enttäuschung? Wie groß der Wille, an einem Strang zu ziehen? Der TV hat sich umgehört.

Moritz Petry, Vorsitzender CDU-Bezirksverband Trier: „Armin Laschet war nicht mein Wunschkandidat; dennoch kann ich damit leben. Ich erhoffe mir, dass er die ganze Breite dieser Volkspartei in der Mitte zusammenhält. Die Kanzlerkandidatur sollte ohne Vorfestlegungen im April/Mai mit der CSU entschieden werden. Der digitale Parteitag war eine hochspannende Erfahrung.“

Gordon Schnieder, Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender CDU Vulkaneifel: „Wir hatten drei hervorragende Kandidaten für das Amt des Bundesvorsitzenden, die alle drei auch geeignete und hervorragende Kanzlerkandidaten sind. Die Entscheidung hierüber klären die Vorsitzenden von CDU und CSU zu einem späteren Zeitpunkt. Auch wenn mein persönlicher Favorit Friedrich Merz war, so unterstütze ich selbstverständlich den neuen Vorsitzenden Armin Laschet, der von der Mehrheit der Delegierten in dieses Amt gewählt worden ist. Ich erhoffe mir, dass die gesamte CDU jetzt einig und geschlossen in die nächsten Wochen und Monate und vor allem in die anstehenden Wahlen geht.“

 Günther Schartz, stellvertretender Landesvorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz und Landrat des Kreises Trier-Saarburg: „Es war ein innovativer Parteitag, der bestens gelungen ist. Schade, dass Friedrich Merz nicht gewählt wurde. Er hätte der Partei ein deutlicheres Profil gegeben als die beiden Mitbewerber. Aber eine demokratische Entscheidung hat Gewinner und Verlierer – und es lief fair ab.

Laschets Politik muss sich auch gegenüber China, Russland oder den USA behaupten können. Ebenso verlangt die herausragende Rolle Deutschlands und der CDU in der EU beziehungsweise der EVP viel Fingerspitzengefühl. Da reichen die Rezepte als erfolgreicher Ministerpräsident eines großen Bundeslandes nicht aus. Gut wäre er deshalb beraten, wenn er beide Mitbewerber mitnimmt.“

Birgit Falk, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im Trierer Stadtrat:  „Wir hatten drei gute und inhaltlich starke Kandidaten für den Parteivorsitz, die die Wahl nicht leicht gemacht haben. Mit dem Wahlergebnis bin ich sehr zufrieden. Von unserem neuen Vorsitzenden Armin Laschet erwarte ich, wie er es ja auch in seiner sehr guten Rede gesagt hat, dass er als Mannschaftskapitän die verschiedenen Strömungen in unserer Volkspartei zusammenhält.  Ich hoffe, dass persönliche Eitelkeiten und Befindlichkeiten im Interesse unserer Partei keine Rolle mehr spielen und wir gemeinsam zur Sacharbeit zurückkehren und geschlossen hinter der neuen Führungsmannschaft stehen. Natürlich traue ich Armin Laschet auch die Kanzlerkandidatur zu.“

Alexander Licht, Kreisvorsitzender der CDU Bernkastel-Wittlich: „Mein Fazit: 1. Wie auf dem Parteitag in Hamburg hat die emotional und inhaltliche beste Vorstellung die Unentschlossenen eher überzeugt 2. Dieser tolle, moderne Parteitag hat mit dem Generalsekretär einen zweiten Sieger und 3. Die späteren Einlassungen von Merz haben ihn auch bei vielen Sympathisanten eher ins dauerhafte Abseits gestellt. Alle haben Geschlossenheit angemahnt, und gerade die erwartete ich jetzt.“

Karina Wächter, Mitglied des Landtags: „Ich bin sehr stolz auf die CDU. Stolz auf einen derart professionellen und hervorragend organisierten digitalen Parteitag. Und über einen fairen Kampf zwischen drei fähigen Kandidaten. Jetzt können wir uns darauf fokussieren, gemeinsam nach vorne zu schauen und mit Mut und Verstand die Zukunft unseres Landes gestalten. Die Aufgaben und Herausforderungen sind groß. Da sind kluge Köpfe und frische Ideen entscheidender denn je.“